FAQ

Patienten mit niedrigem und günstigem mittleren Progressionsrisiko haben nach Brachytherapie langfristige Heilungsaussichten um 90 %.

Nebenwirkungen können vorübergehende Beschwerden beim Wasserlassen (vermehrter Harndrang, häufigeres Wasserlassen bei Tag und Nacht) oder seltener beim Stuhlgang sein. Andere Nebenwirkungen sind gering - Harninkontinenz (unwillkürlicher Urinverlust) oder erektile Dysfunktion (keine oder unzureichende Erektion) treten kaum oder gar nicht auf. Sehen Sie bitte auch auch unter Wirkungen und Nebenwirkungen nach, wo genaue Zahlen nachzulesen sind.

Die Brachytherapie wird in Narkose durchgeführt. Der Eingriff dauert ca. 60-90 Minuten. Es ist ein minimal-invasiver Eingriff ohne Einschnitt in der Haut. Es werden ca 16-20 Nadeln über den Damm in die Prostata eingestochen, sodass am Damm nach der Operation nur die Einstiche zu sehen sind.

Die Dauer des stationären Aufenthaltes beträgt 2 Tage. Vorstationär ambulant erfolgt vor dem Eingriff die Vorbereitung (Urologische Eingangsuntersuchung mit Laboruntersuchung, Vorstellung beim Narkosearzt, EKG, evtl. Röntgen). Am nächsten Tag wird die Brachytherapie durchgeführt. Wenn Sie wach sind, können Sie essen und aufstehen. Am nächsten Tag können Sie nach einer Ultraschalluntersuchung und einem Röntgen des Beckens entlassen werden.

Wegen des minimal invasiven Charakters der Brachytherapie mit vergleichsweise kurzer Zeit für Operation ohne Blutverlust, kurzer Narkose und geringer stationärer Verweildauer ist die Belastung gering und die Rekonvaleszenz kurz. Berufstätige Patienten können schon nach kurzer Zeit an den Arbeitsplatz zurückkehren. Bis 4 Wochen nach Brachytherapie sollte auf das Radfahren und schwere körperliche Arbeit verzichtet werden. Leichte sportliche Aktivitäten ohne Druckbelastung des Dammes wie Gymnastik, Schwimmen, Sauna usw. sind schon nach 1 Woche möglich.

Nach ca. 4 Wochen ist die Kontrolle der korrekten Lage der implantierten Seeds mittels CT erforderlich. Dies ist eine wichtige Maßnahme zur Qualitätskontrolle. Der Termin wird Ihnen von unserem Team mitgeteilt.

Aus Gründen des Strahlenschutzes sollte über 6 Monate ein Abstand von ½ Meter zu Schwangeren und heranwachsenden Kindern gewahrt werden.

Die Nachsorge umfasst die urologische Untersuchung mit Ultraschall und Bestimmung des PSA-Wertes und sollte in  folgender Frequenz durchgeführt werden:

  • bis 2 Jahre nach Therapie alle 3 Monate
  • 3-5 Jahre nach Therapie alle 6 Monate
  • danach jährlich

Wegen der hohen Heilungschancen sind selten zusätzliche Therapiemaßnahmen erforderlich. Falls sich dennoch kein Heilungsprozess nach Brachytherapie einstellen sollte, wird Ihr Urologe zunächst eine genaue Diagnostik zur Feststellung von Lokalisation und Ausdehnung des Prostatakrebses veranlassen. Falls es sich um einen lokalen Prozess handelt, ist prinzipiell eine Re-Brachytherapie, eine radikale Operation oder Nachfolge-Bestrahlung von außen möglich. Bei einem systemischen Befall (Streuung des Prostatakrebses) ist eine Hormontherapie angezeigt.